Methodisches Vorgehen

Da es im deutschsprachigen Raum bislang keine wissenschaftlichen Arbeiten gibt, die sich mit digitalen Nachbarschaftsplattformen und ihren Wirkungen beschäftigen, ist das Projekt „Vernetzte Nachbarn“ als Explorationsstudie konzipiert. Das bedeutet, dass unterschiedliche Wirkungen der Nachbarschaftsplattformen mit einer gewissen Offenheit und zugleich möglichst umfassend untersucht werden sollten. Dafür eignet sich eine Annäherung mithilfe von qualitativen Untersuchungsmethoden. Diese zielen nicht auf eine Allgemeingültigkeit hab, sondern darauf, (neue) Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und ein gründliches Verständnis zu entwickeln.

In den verschiedenen Phasen des Projektes wurde die Leitfrage mit verschiedenen, einander ergänzenden und aufeinander aufbauenden Methoden bearbeitet:

Um sich dem Forschungsgegenstand zu nähern und die Relevanz des Phänomens besser einordnen zu können, wurde in der ersten Phase eine Literatur- und Medienanalyse durchgeführt. Diese wurde um eine bundesweite Bestandsaufnahme digitaler Nachbarschaftsplattformen ergänzt. Anliegen dieses Schritts war es, einen Überblick über die aktuell bestehende Landschaft existierender Plattformen in Deutschland zu gewinnen. Die Erhebung wurde von einer zweimonatigen Online-Befragung unter den Betreiber*innen und Nutzer*innen der identifizierten Plattformen ergänzt. Die Online-Befragung sollte dabei helfen, Nachbarschaften zu identifizieren, die besonders für eine vertiefende Untersuchung im weiteren Forschungsverlauf geeignet sind. Die Ergebnisse wurden auf einer Deutschlandkarte visualisiert.

Anknüpfend an die Ergebnisse aus der ersten Phase wurde in der zweiten Phase eine qualitative Fallstudienuntersuchung in vier Quartieren in Deutschland durchgeführt: In Berlin-Wedding, München-Neuperlach, Meißen und Paderborn-Elsen. Die Fallstudien hatten zum Ziel, ein tieferes Verständnis für die Nutzungsweisen und Wirkungen der digitalen Medien in unterschiedlichen sozialräumlichen Kontexten zu entwickeln. Die Fallstudienuntersuchung kombinierte mehrere Erhebungsmethoden. Wichtigste Datenquelle waren leitfadengestützte Interviews mit Nutzer*innen von digitalen Medien und Nachbarschaftsplattformen sowie Gespräche mit Expert*innen für die analoge wie digitale Nachbarschaft. Ergänzend wurden teilnehmende Beobachtungen sowie verdeckte Online-Beobachtungen im digitalen Raum durchgeführt. Die Feldforschungen liefen zwischen Mai und November 2017. Die Ergebnisse der Fallstudien können Sie hier einsehen.

In der dritten Phase wurden die Ergebnisse aus der Fallstudienuntersuchung vertiefend diskutiert und reflektiert. Zu dem Zweck wurde ein eintägiger Expertenworkshop veranstaltet, außerdem wurde ein Online-Dialog durchgeführt, bei dem interessierte Nutzer*innen und Expert*innen aus der Feldforschung hervorgegangene Thesen kommentieren konnten. Die wichtigsten Ergebnisse des Workshops können als Dokumentation (PDF) hier heruntergeladen werden. 

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Den Endbericht mit allen Ergebnissen und weiteren Hinweisen zur Methodik können Sie hier im PDF-Format herunterladen.