Online-Umfrage beendet!

Nach zweimonatiger Laufzeit ist unsere online-Umfrage zum Thema digitale Vernetzung in Nachbarschaften abgeschlossen. Vielen Dank an alle die mitgemacht haben! Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Insgesamt haben 213 Nachbarschaften sowie die Betreiber von acht Nachbarschaftsplattformen an unserer Umfrage teilgenommen.

Die Umfrage untersuchte die „Lebendigkeit“ von digitalen Nachbarschaften. Dafür fragten wir nach Nutzerzahlen: Zwei Drittel der teilnehmenden Nachbarschaften (66%) hat mehr als 150 aktive Mitglieder. Ungefähr in einem Fünftel der Nachbarschaften (22%) ist online besonders viel los. Hier werden über 30 Beiträge im Monat gepostet. Außerdem gibt es oft Schnittstellen zwischen dem digitalen und dem analogen Nachbarschaftsleben: Die Hälfte der Nachbarschaften (48,5%) organisiert oder bewirbt fünf oder mehr Veranstaltungen im Monat über die Plattform. In 12,5% der Nachbarschaften sind es sogar mehr als 10 Veranstaltungen im Monat.

Wir haben auch nach den wichtigsten Themen und Aktivitäten auf den Nachbarschaftsplattformen  gefragt. Die Untersuchung zeigte, dass die „Sharing Economy“ eine wichtige Rolle spielt: Drei Viertel aller Umfrageteilnehmer nutzt die Nachbarschaftsplattform für Kleinanzeigen sowie zum Tauschen und Teilen. Fast genauso wichtig ist der Gemeinschaftsgedanke: Etwa 70% nutzen die Plattform für gemeinschaftliche Zwecke und das Kennenlernen von Nachbarn. Nur 37,5% der Teilnehmer nutzen die Plattform hingegen für politische Diskussionen und gesellschaftliches Engagement.

Der Blick auf die geografische Verteilung verrät, dass Nachbarschaftsplattformen vorwiegend ein Großstadtphänomen sind. In Hamburg, Berlin, München, Köln, Frankfurt, Nürnberg, Dresden und verschiedenen Städten im Ruhrgebiet gibt es besonders viele aktive Nachbarschaften. Auch kleinere Großstädte wie Mannheim, Potsdam oder Hildesheim sind aktiv. Nachbarschaften aus kleineren Städten nahmen nur vereinzelt an der Umfrage teil und waren weniger aktiv.

Hintergrundrecherchen zu den besonders aktiven Nachbarschaften zeigen, dass Nachbarschaftsplattformen in Wohngegenden mit ganz unterschiedlicher Bevölkerungsstruktur genutzt werden.

Eine Schwäche der Umfrageergebnisse ist, dass 97% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Nachbarschaftsplattform nebenan.de nutzen. Warum die Plattform so stark vertreten ist? Einerseits ist nebenan.de mit über 2.000 Nachbarschaftsgruppen die größte Plattform dieser Art in Deutschland. Und andererseits waren wir zur Verbreitung unserer Umfrage auf die Zusammenarbeit mit den Betreibern von Nachbarschaftsplattformen angewiesen. Durch Rückfragen erfuhren wir, dass manche Plattformbetreiber unseren Umfrageaufruf aus Datenschutzgründen nicht weiter leiten konnten, andere hatten nicht genügend Kapazitäten um mitzumachen und vereinzelt waren kleine Plattformen der Meinung, dass die Umfrage nicht für sie geeignet ist.

Obwohl die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ sind, liefert die Umfrage wichtige Einblicke in die digitale Vernetzung unter Nachbarn. Außerdem halfen die Ergebnisse uns dabei, vier Nachbarschaften auszuwählen, die wir im weiteren Forschungsverlauf genauer untersuchen werden. Das sind die Nachbarschaften „An den Uferhallen“ in Berlin-Wedding und „Neuperlach-Ost“ in München. Zusätzlich werden wir uns zwei Nachbarschaften in ländlich geprägten Gegenden genauer ansehen.