Nachbarschaftsplattformen im Wettbewerb

In den letzten Wochen hat sich in der Welt der professionellen, unternehmensgeführten Nachbarschaftsplattformen einiges bewegt.

Vergangene Woche ging das amerikanische Portal „Nextdoor“ in Deutschland offiziell online. In den USA hat das Unternehmen seit 2011 schon über 140.000 Nachbarschaften online vernetzt. Seit letztem Jahr ist Nextdoor auch in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter in Großbritannien und den Niederlanden. In Deutschland laufen seit einigen Monaten die Vorbereitungen, sodass zum Start am 20. Juni bereits 71 Nachbarschaften in Berlin auf Nextdoor registriert waren. Verantwortlich zeigt sich Marcus Riecke, der frühere Chef der Plattform StudiVZ, der bei Nextdoor als Country Manager für den Aufbau der Plattform in Deutschland zuständig ist. Nextdoor will besonders der größten deutschen Nachbarschaftsplattform nebenan.de Konkurrenz machen. Laut einem Bericht des Tagesspiegel haben aber weder Nextdoor noch nebenan.de Interesse an einem Kauf der deutschen Plattform durch das amerikanische Unternehmen. Anders als bei den meisten Nachbarschaftsportalen geht es bei Nextdoor allerdings nicht nur um die Stärkung von Gemeinschaft, auch der Sicherheitsgedanke spielt eine prominente Rolle. So heißt es in der Selbstdarstellung der Plattform unter anderem: „Nextdoor wird von Nachbarn genutzt, um andere schnell über einen Einbruch zu informieren“ und „um Sicherheitsgruppen zu organisieren“.

Doch nicht nur das US-Portal macht den hierzulande existierenden Nachbarschaftsplattformen Konkurrenz. Auch unter den diversen Start-ups, die in den letzten Jahren deutschlandweit nutzbare Plattform zum Austausch von Nachbarschaften aufbauten, herrscht Wettbewerb. Wer die Webseite der Plattform wirnachbarn.com aufruft muss nun feststellen, dass das Angebot nicht länger existiert. In der Erklärung der Betreiber heißt es, dass sie ihren Service nicht länger aus eigenen Mitteln finanzieren können. Dennoch seien sie weiterhin überzeugt, dass „eine aktive Nachbarschaft das Fundament einer Gesellschaft ist, die gemeinschaftlich die Herausforderungen der Zukunft meistern möchte.“ Dafür empfehlen sie ihren ehemaligen Nutzern die Anmeldung bei nebenan.de.