Zum Projekt

Das Internet und soziale Medien verbinden Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Doch soziale Medien machen es nicht nur möglich zu verfolgen, was es Neues gibt bei Freunden und Verwandten, die im Ausland leben. Auch die Kommunikation zwischen Personen im direkten Wohnumfeld verändert sich in der digitalen Zeit.
Seit Kurzem wächst in Deutschland ein vielfältiges Angebot an digitalen Nachbarschaftsplattformen, welches vom selbst organisierten Stadtteilforum bis zur professionellen, bundesweiten Smartphone-App reicht. Ihre Gemeinsamkeit besteht in dem Ziel, Nachbarn besser miteinander zu vernetzen, sowohl digital als auch in der realen Welt.
Auf den Nachbarschaftsplattformen bieten Anwohnerinnen und Anwohner eines Viertels Rat und Hilfe an, informieren einander über Nachrichten aus dem Quartier oder diskutieren über lokale Themen. Aus den digitalen Netzwerken können auch reale Kontakte vor Ort entstehen, etwa wenn Nutzer beschließen gemeinsame Aktionen zu organisieren, wie zum Beispiel ein Nachbarschaftsfest.
Obwohl sich digitale Nachbarschaftsplattformen immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist bislang ist noch wenig bekannt über die Auswirkungen, die sie auf das soziale Zusammenleben in Nachbarschaften haben. Das Forschungsprojekt „Vernetze Nachbarn“ will diese Wissenslücke schließen. Dazu erstellt es einen umfassenden Überblick über die bestehende Landschaft digitaler Nachbarschaftsplattformen in Deutschland und untersucht in vier Quartieren das Verhältnis von digitaler und analoger Nachbarschaft.
Die gewonnen Erkenntnisse sollen sowohl einen wissenschaftlichen Beitrag leisten als auch in die kommunale Praxis getragen werden. Alle Zwischen- und Endergebnisse werden auf unserer Projektwebseite veröffentlicht.

Informations-Artikel

FAQ

Was ist eine digitale Nachbarschaftsplattform?

Digitale Nachbarschaftsplattformen werden gerne als „Facebook für die Nachbarschaft“ beschrieben.

Gemeint sind damit soziale Medien und Portale, über die Menschen, die in der gleichen Nachbarschaft wohnen, online miteinander in Kontakt treten können. Auf Nachbarschaftsplattformen bieten Anwohnerinnen und Anwohner eines Viertels Rat und Hilfe an, informieren einander über Nachrichten aus dem Quartier oder diskutieren miteinander über lokale Themen. Auch gemeinsame Aktivitäten können über die Plattformen organisiert werden.

Nachbarschafts- oder Quartiersplattformen können ganz unterschiedlich aussehen. Es gibt Plattformen, auf denen viele verschiedene Nachbarschaften in ganz Deutschland registriert sind, deren Nutzer jedoch nur mit den Personen, die in ihrer unmittelbaren Nähe wohnen, kommunizieren können (z.B. nebenan.de). Und es gibt Quartiersplattformen, die sich nur an die Menschen in einer Region, einem Ort oder sogar einer kleinen Nachbarschaft richten (z.B. weddingwandler.de). Während die meisten Plattformen alle Anwohnerinnen und Anwohner erreichen wollen, haben manche Angebote bestimmte Zielgruppen (z.B. ältere Menschen) oder Themen (z.B. Nachhaltiges Leben in der Nachbarschaft).

Genauso vielfältig sind die Betreiber von Nachbarschaftsplattformen. Junge Unternehmen und politische Akteure haben das Thema ebenso wie lokale Initiativen für sich entdeckt und eigene Plattformen gestartet. Die gemeinsame Idee der verschiedenen Angebote ist es, Nachbarn besser miteinander zu vernetzen, beispielsweise indem sie sich gegenseitig helfen oder miteinander über lokale Themen diskutieren.

Worum geht es im Projekt „Vernetzte Nachbarn“?

Seit einiger Zeit wächst in Deutschland das Angebot an digitalen Nachbarschafts- und Quartiersplattformen, das vom selbst organisierten Stadtteilforum bis zur professionellen, bundesweiten Smartphone-App reicht. Die Gemeinsamkeit dieser ganz unterschiedlichen Plattformen besteht in dem Ziel, Nachbarn besser miteinander zu vernetzen. Die Macher der digitalen Nachbarschaftsplattformen gehen davon aus, dass Nachbarn sich so auch in der realen Welt besser kennen lernen und die lokale Gemeinschaft gestärkt wird.

Doch obwohl sich digitale Nachbarschaftsplattformen immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist bislang noch wenig darüber bekannt, wie sie das soziale Zusammenleben in Nachbarschaften verändern.

Das Forschungsprojekt „Vernetze Nachbarn“ will diese Wissenslücke schließen. Dazu erstellt es einen umfassenden Überblick über die bestehende Landschaft digitaler Nachbarschaftsplattformen in Deutschland. Darüber hinaus untersucht es in vier Quartieren detailliert das Verhältnis von digitaler und analoger Nachbarschaft.

Wer ist die Zielgruppe der Befragung?

Unsere Befragung zu digitalen Nachbarschaftsplattformen richtet sich an zwei Gruppen:

  1. Betreiber und Initiatoren von digitalen Nachbarschafts- und Quartiersplattformen. Ob Startup, öffentliche Einrichtung oder kleiner Verein, wir möchten ein möglichst umfassendes Bild von der existierenden Landschaft an Nachbarschaftsplattformen in Deutschland gewinnen. Dazu gehören bundesweite Angebote ebenso wie Plattformen, die sich nur an ein einzelnes Quartier richten. Wir bitten Sie daher unseren kurzen Fragebogen für Plattformbetreiber zu beantworten und werden unsere Forschungsergebnisse gerne mit Ihnen teilen.
     
  2. Aktive Nutzerinnen und Nutzer von digitalen Nachbarschaftsplattformen. Das Ziel unserer Umfrage ist es, einen Überblick über die vielen existierenden online-Nachbarschaften in Deutschland zu gewinnen. Deshalb laden wir Ansprechpartner oder besonders aktive Nutzer ein, an unserer Befragung teilzunehmen. Das sind beispielsweise Personen, die schon seit Längerem dabei sind und einen guten Überblick über ihr eigenes Nachbarschaftsnetzwerk haben. Da wir uns in diesem Stadium der Forschung zunächst für die unterschiedlichen Nachbarschaften und Nachbarschaftsplattformen interessieren, richten wir uns nicht an alle Einzelpersonen, die auf Nachbarschaftsplattformen registriert sind. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie der oder die Richtige sind um unsere Fragen zu beantworten, zögern Sie nicht es dennoch zu probieren.

Wie kann ich mich beteiligen?

Wenn Sie ein aktiver Nutzer oder ein Betreiber einer digitalen Nachbarschaftsplattform sind, können Sie sich direkt in das Forschungsprojekt einbringen, indem Sie an unserer Befragung teilnehmen
Wenn Sie bereits an der Umfrage teilgenommen haben, finden Sie auf der Startseite stets die aktuellen Neuigkeiten zu den « Vernetzten Nachbarn » und die kontinuierlich erweiterte Deutschlandkarte.
Wenn Sie bislang gar keine digitale Nachbarschaftsplattform nutzen, schauen Sie doch mal welche digitalen Angebote es in Ihrem Quartier bereits gibt.
Und für alle gilt: Erzählen Sie gern Anderen von unserem Forschungsprojekt und schauen Sie bald wieder hier auf der Plattform vorbei.

Was passiert mit meinen Daten?

Während die Umfrage läuft, werden Ihre Angaben vorübergehend auf einem Server gespeichert. Im Anschluss werden sie in anonymisierter Form verarbeitet und ausgewertet. Ihre Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.

Mehr zum Datenschutz finden Sie hier.

Wo werden die Ergebnisse veröffentlicht?

Im gesamten Projektverlauf arbeiten wir die jeweils neusten Erkenntnisse kontinuierlich auf und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich. Die Umfrageergebnisse zu den aktiven digitalen Nachbarschaftsplattformen werden auf einer Deutschlandkarte dargestellt, die bereits während der Befragung wöchentlich aktualisiert wird. Und auch über die Umfrage hinaus werden hier auf der Projektplattform regelmäßige Updates zum Forschungsstand zu finden sein.

Im Juni werden erste Forschungsergebnisse in der Verbandszeitschrift des vhw „Forum Wohnen und Stadtentwicklung“ veröffentlicht. Im Frühling werden wir empirische Fallstudien in zwei Nachbarschaften durchführen. Die Ergebnisse aus diesem Arbeitsschritt werden in einem Bericht zusammengefasst und bei einem Expertenworkshop diskutiert. Außerdem wird es nach Projektabschluss eine weitere wissenschaftliche Veröffentlichung geben. Das Projektteam wird die Ergebnisse auch auf verschiedenen Tagungen und Fachkonferenzen vorstellen.

Wie ist der Ablauf des Projektes?

Die erste Phase des Forschungsprojekts umfasst eine umfassende Aufarbeitung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Thema Digitalisierung und Nachbarschaften sowie die bundesweite Bestandsaufnahme digitaler Nachbarschafts- und Quartiersplattformen mithilfe der Online-Befragung.

Basierend auf dem so gewonnen Überblick über die bestehende Landschaft digitaler Nachbarschaftsplattformen wird das Projektteam in der zweiten Projektphase im Frühjahr 2017 vier Nachbarschaften für eine Fallstudienuntersuchung auswählen. In diesen Quartieren wird mit vielfältigen Methoden genauer untersucht, wie sich die digitalen und analogen Netzwerke zueinander verhalten.

Nach der Aufbereitung und Analyse der Forschungsergebnisse wird der Wissens- und Erfahrungsaustausch unter interessierten Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Praxis angeregt, unter anderem durch einen Expertenworkshop und eine moderierte online-Diskussion.

Was ist mit Nachbarschaft gemeint?

Der Begriff Nachbarschaft beinhaltet im allgemeinen Verständnis sowohl eine geografische Dimension, als auch eine soziale Dimension. Damit gemeint sind das räumliche Wohnumfeld und die sozialen Interaktionen und Beziehungen, die vor allem wegen der räumlichen Nähe des Wohnortes entstehen.

Bis heute ist nicht einheitlich festgelegt, wie groß eine Nachbarschaft ist. Die Eingrenzung des Raumes, in dem nachbarschaftliches Leben stattfindet, basiert in der Regel auf individueller Wahrnehmung. Während manche nur die nächstgelegenen Häuser und deren Bewohner als Nachbarschaft sehen, definieren andere ein mehrere Häuserblöcke umfassendes Quartier oder ein Stadtviertel als Nachbarschaft. In kleineren Ortschaften können sich auch alle Anwohnerinnen und Anwohner als Nachbarn begreifen.

Ähnlich ist es mit den digitalen Nachbarschaftsplattformen. Auch hier gibt es keine allgemeine Regel, auf welche räumliche Einheit sich die Plattformen beziehen. Für dieses Forschungsprojekt sind daher sowohl digitale Netzwerke, in denen die Bewohner einzelner Häuser miteinander kommunizieren, als auch stadtteilweite Plattformen relevant.

Ablauf