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No politics please! Sind politische Diskussionen auf Nachbarschaftsplattformen unerwünscht?

Stimmt das? Was denken Sie, warum ist das so?

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Wozu digitale Plattformen?! Ich kenne doch schon jeden hier!

Welchen Nutzen haben Nachbarschaftsplattformen und soziale Medien in Kleinstädten und gewachsenen Nachbarschaften? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

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Wo seid ihr denn? Jugendliche, Senior*innen und Migrant*innen trifft man hier kaum.

Stimmt das? Wie könnte man sie besser erreichen?

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Die Nutzungshürden sind bei Menschen ab 60 Jahren sehr individuell zum einem liegt es an der Technikbiografie, fehlender Erfahrungen, Angst etwas kaputt zu machen, Kosten zu verursachen und der Unsicherheit wo bleiben die Daten. Ebenso ist eine fehlende Unterstützung durch Dritte bzw. keine Ansprechpartner zu berücksichtigen. In Hannover unterstützt deshalb der Fachbereich Senioren vor allem Menschen ab 60 Jahren durch ehrenamtliche Medien- und Techniklotsen zu Hause und im Stadtgebiet in offenen Sprechstunden bei Fragen. Ebenso werden Seniorenvertretungen, Seniorengruppen oder Kirchengemeinden als Multiplikator genutzt um Chancen von digitaler Nachbarschaft aufzuzeigen. Am wichtigsten ist Zeit, unsere Nutzerzahlen in Hannover zeigen stetige Anmeldungen von älteren Menschen. Vor allem wenn Schlüsselfiguren in Nachbarschaft gewonnen werden und als Vertrauensperson dienen. Wenn an Beispielen des täglichen Lebens die Vorteile gezeigt werden es eine Nachahmung durch andere zu beobachten.

Stimmt nicht.Hier sind viele Migranten, aber auch Senioren.
Migranten kann man schwer erreichen, weil sie das nicht wollen. Viele Gastarbeiter haben auch einige Jahre in Deutschland verbracht,
ohne die Sprache gelernt zu haben. Ausländer bleiben lieber unter sich, so ist einfacher. man muss nicht eine fremde Sprache zu lernen.

Liebe*r Pixekoma50,
vielen Dank für Ihren Kommentar!
Wir würden uns freuen, wenn Sie im Sinne der Dialogregeln (https://www.vernetzte-nachbarn.de/regeln) auf Verallgemeinerungen wie "Migranten kann man schwer erreichen, weil sie das nicht wollen" und "Ausländer bleiben lieber unter sich" verzichten. Ihre Aussage mag sicher auf einige, aber - wie Sie ja selbst schon berichten - nicht alle Migrant*innen zutreffend sein.

Darüber hinaus: was könnten Ihrer Meinung nach Gründe dafür sein, dass einige lieber unter sich bleiben? Was müsste passieren, damit sie auf solchen Plattformen aktiv werden?

Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Mit besten Grüßen,
Juliane Henn (Moderation)

...die Angebote sollten "niederschwellig", d.h. auch für wenig Technik affine Menschen, gestaltet sein, dann klappt es auch mit der Vielfalt!

Die Beobachtungen von Herrn Ney decken sich weitgehend mit empirischen Daten aus verschiedenen (repräsentativen) Studien zum Thema Digitalisierung und Nutzer*innenverhalten (bspw. DIVSI, 2016; D21, 2016):

Diese verweisen z.T. deutlich auf die Bedeutung und die Zusammenhänge von Techniksozialisation, Alter und sozioökonomischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Befähigung und Teilhabe an digitalen Infrastrukturen. Die steigende Bereitschaft älterer Menschen, das Internet und auch soziale Netzwerke zu nutzen, lassen sich anhand der Beispieldaten ebenso beobachten. Dennoch existiert besonders hier ein erheblicher Bruch hinsichtlich der tatsächlichen Nutzungsmöglichkeit und -häufigkeit. Digitale Teilhabe älterer Personen ist an spezielle Voraussetzungen geknüpft – gemeint sind bspw. Werthaltungen oder individuelle Erfahrungen, Fähigkeiten und Befürchtungen. Die reine Bereitstellung technischer Angebote ist nicht ausreichend. Wünsche nach einem vertrauensvollen Umgang mit den eigenen Daten, nachvollziehbaren Abläufen und zweckdienlichen Anwendungen sowie der Handhabbarkeit des jeweiligen Angebots stehen bei älteren Menschen im Vordergrund.

Bemerkenswert ist, dass selbst jüngere Anwender*innen noch immer über ein oft laienhaftes Technikverständnis sowie autodidaktische Lern- und Problemlösungsstrategien verfügen. Zudem werden die z.T. eklatanten qualitativen Unterschiede hinsichtlich der regionalen oder örtlichen Netzversorgung als hemmende Faktoren hinsichtlich der Nutzung onlinebasierter Angebote angeführt.

In der Vergangenheit erwiesen sich die Qualifizierung älterer und technikerfahrener Personen zu sog. „Senior Technology Experts“ und deren Einsatz als (ehrenamtliche) Vermittlungspartner*innen „auf Augenhöhe“ als förderlich. Ebenso bieten die Verwendung mobiler Endgeräte (Tablets & Laptops) sowie eine Mischung aus formellen und informellen Lernarragements gute Möglichkeiten zur Vermittlung technikbezogenen Anwendungswissens (Doh & Jokisch, 2017). Derartige Lernangebote könnten das Vertrauen in online Netzwerke, deren Nutzungsvielfalt und nicht zuletzt die persönlichen Vorteile für ältere Menschen deutlicher hervorheben.

Perspektivisch stellen sich Fragen nach der Verringerung milieuassoziierter Selektions- und Segregationserscheinungen sowie der Stärkung digitaler Partizipation und Selbstbestimmung. Kommunale Verantwortungsträger, Verbände, Vereine und Initiativen können zu einer Verbreitung und Akzeptanzsteigerung (nicht nur kommerzieller) digitaler sozialer Netzwerkstrukturen beitragen. Nicht zuletzt werden Argumente des Datenschutzes und der Nutzer*innensouveränität besonders für die nachfolgenden älteren Generationen von gehobener Bedeutung sein. Auch die selbstverständliche infrastrukturelle Anbindung von Wohn-, Pflege- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen kann zukünftig mitgedacht werden.

@Pixekoma50: Sicher existieren millieuspezifische Unterschiede hinsichtlich einer individuellen Engagementbereitschaft oder des kommunikativen Verhaltens. Was dies allerdings mit spezifischen Individualverhalten innerhalb bestimmter sozialer bzw. gesellschaftlicher Gruppen zu tun haben sollen, wird aus Ihrer generalisierenden Meinungsäußerung leider nicht ersichtlich.

Referenzen:

Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) (2016). DIVSI Internet-Milieus 2016. Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung. Online unter: https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2016/06/DIVSI-Internet-Milieus-2...

Doh, M. & Jokisch, M. (2017). New Concepts for Digital Inclusion in Germany – Results from the Initiative "Senior-Technology-Experts. Innovation in Aging, DOI 10.1093/geroni/igx004.2748

Initiative D21 e.V. (2016). D21-Digital-Index 2016. Online unter: http://initiatived21.de/app/uploads/2017/01/studie-d21-digital-index-201...

Seifert, A. & Doh, M. (2016). Internetnutzung im Alter – Diffusion, Alltagsrelevanz und Kompetenzvermittlung. Report Psychologie, 10, 394-402.