Nächster Vorschlag

No politics please! Sind politische Diskussionen auf Nachbarschaftsplattformen unerwünscht?

Stimmt das? Was denken Sie, warum ist das so?

weiterlesen

Exklusiv? Nachbarschaftsplattformen sind nur für Nachbarn!

Oder sollten Vereine, Institutionen und Politiker*innen die Plattformen nutzen? Warum?

Kommentare

Sicherlich ergeben sich im lokalen Kontext zahlreiche interessante Kommunikationswerkzeuge für Kommunen und Vereine. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass (kommunale) Mitarbeiter/innen im digitalen Raum so gut wie keine persönlichen Statements abgeben. Daher habe ich die Befürchtung, dass es in erster Linie um die Umsetzung von Marketingzielen bzw. die Weitergabe von Terminen und Pressemitteilungen gehen wird. Hier sind kreative Lösungen und Freiräume für die entsprechenden Personen und Service mit einem echten Mehrwert gefragt.

Ein zweiter Punkt ist, dass meines Erachtens nach ein Konzept angeboten werden muss, dass die Privatsphäre der privaten Teilnehmenden von den "Organisationsaccounts" trennt. Zum Beispiel, darf der Verein anonym (als Verein) posten aber meine Daten einsehen? Ich würde mir wünschen, dass auch Organisationsprofile und Postings mit der jeweils dahinter stehenden Person(en) ausgewiesen werden bzw. das Nutzer mit Organisationsprofil keinen Zugriff auf meine Daten bekommen.

Je nach Plattform haben wir natürlich auch das Problem der Abgrenzungen. Kommune ist ja oft mehr als Quartier oder Nachbarschaft. Hier müsste Verein oder Kommune dann flexibel auch in unterschiedliche, nicht an Verwaltungsgrenzen ausgerichteten Kontexten, posten können.

Wenn es hier um z.B. nebenan.de, oder nextdoor.de geht, dann wird wohl schon aus Finanzierungsgründen (Werbung) unumgänglich sein, dass auch Vereine, Institutionen und Politiker*innen etc. die Plattformen nutzen. Warum auch nicht, gehören Gewerbetreibende und andere doch auch zur Nachbarschaft, oder? Allerdings ist meine Erfahrung, dass die regionalen Groups, z.B. bei Facebook oder google zumeist mehr "Traffic" verzeichnen...

Liebe*r m1hausen,
vielen Dank für Ihren Beitrag! Gibt es etwas, das sich Nachbarschaftsplattformen Ihrer Erfahrung nach von regionalen Gruppen bei Facebook oder Google abschauen können, um attraktiver zu werden? Wenn ja, was wäre das?

Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Mit besten Grüßen,
Juliane Henn (Moderation)

Ja, sie sollten nutzen, damit sie eine Ahnung davon haben, wie das Volk lebt.

Gerade Vereine und Institutionen (sprechen wir von Schulen?) tragen zur Lebensqualität im Viertel bei, d.h. es ist wichtig, daß sie ihre Angebote bekanntmachen können. Politikern und Firmen sollten wohlüberlegte Regeln auferlegt werden, damit kein (semi-) professionelles Marketing betrieben wird. Generell sollten alle Nutzer, die keine natürliche und private Person sind, deutlich als solche erkennbar sein (Hintergrundfarbe in Profil und allen Beiträgen?), damit man ihre Beiträge richtig einschätzen kann.

Dieser Stammtisch wird von mir seit September 2016 aufrecht erhalten und im Januar 2018 hatten wir eine Vielzahl von neuen Anmeldungen; wir sind inzwischen 18-24 Personen, die sich 1 x montalich treffen und bislang immer einen schönen Abend zusammen erlebt haben.
Mit einigen Stammtischlern gibt es auch persönliche Treffen zum Mittagessen, Spaziergängen oder anderen Unternehmungen.
Es ist schön, das nachbarn.de gibt

An solchen Plattformen finde ich gut, dass man sich informieren kann. Wenn ich in eine neue Gegend ziehe kann und will ich nicht zwingend von Tür zu Tür gehen, um mich vorzustellen. Wenn ich Lust und Interesse habe, informiere ich mich vorab. Und dann KANN ich mit meiner Nachbarschaft interagieren, muss aber nicht. Und wenn ich noch mehr Interesse habe, kann ich sogar an Live-Event wie Stammtischen, Vereinssitzungen, etc. teilnehmen. Ich finde solche Plattformen großartig und habe sie als Konsument wie auch als Anbieter schon genutzt. Jeder hat doch gelegentlich etwas, das er hergeben möchte, was aber einen Verkauf über eBay zu aufwändig wäre. Oder man sucht Hilfe, für ein Myhammer zu aufwändig ist. Und da sind die regionalen Plattformen ideal.
Und auf der anderen Seite sollte man den Leute, die ihre Anonymität beibehalten wollen indem sie sich nicht beteiligen auch diese Freiheit zugestehen (im Gegensatz zu dörflichen Gemeinschaften, wo die gegenseitige Hilfsbereitschaft auch oft noch da ist, die Freiheit aber nicht, sich abzukapseln).

Nachbarschafts-Plattformen sind ein ausgezeichnetes Mittel zur Kommunikation, zum Austausch und zur Vernetzung im Quartier - wenn der Datenschutz gewahrt wird. Das dürfte insbesondere bei kostenlosen professionellen Anbietern oft nicht der Fall sein. Dort zahlt man mit seinen Daten. Und diese können sehr sensibel sein, wenn es z.B. um die Betreuung von Kindern, Alten oder Kranken geht, oder um die Pflege von Haustieren, wenn man abwesend ist (Urlaub usw.).
Von daher fände ich es sinnvoll, wenn solche Plattformen öffentlich finanziert werden (und z.B. über eine öffentlich kontrollierte Stiftung betrieben werden). Ansonsten könnten sie auch, wenn der Datenschutz nachprüfbar gewahrt wird, kostenpflichtig sein. Das ist ja bei Apps problemlos möglich, und die Beträge müssen nicht hoch sein.

Im Workshop wurde besprochen, dass digitale Medien mit lokalem Bezug sich sehr gut eignen, um die Arbeit der Akteure vor Ort mit den Bedürfnissen der Bewohner*innen abzustimmen. Daher sollten Vereine und Institutionen diese Medien mehr nutzen.
Wie sehen Sie das? Und wie sieht es mit der Politik aus? Sollten Politiker*innen auch auf diesen Medien sichtbarer werden? Oder würden Sie sich dadurch beobachtet fühlen?

Wir sind gespannt, wie Sie darüber denken!
Beste Grüße,
Juliane Henn (Moderation)